Communities sind witzig, nicht? Jede Gemeinschaft hat ja so ihre eigenen Regeln, Ticks und mal mehr, mal weniger liebenswerten Macken im Umgang mit sich und ihrem Thema. Und nichts erweitert den eigenen Horizont mehr, als zum gleichen Thema in unterschiedlichen Communities zu sein. So bin ich zum Beispiel einmal Mitglied in einer Facebook-Gruppe für Hobbyfotografen, und dann bin ich in einigen Facebook-Gruppen, die sich zumindest in die Beschreibung notiert haben, dass sich hier Profifotografen tummeln.

Und wenn man diesen beiden Gruppen mal aufmerksam folgt, dann wird einem schnell klar, dass die sehr unterschiedlich ticken. Während die einen zum Beispiel davon leben, dass sie Fotos verkaufen, finden die anderen es völlig selbstverständlich ihre Fotos zu verschenken. Massenweise. Verrückt.

Deshalb habe ich in meinem Artikel Liebe Hobbyfotografen! Bitte werdet alle Semi-Profis! auf meiner Fotoseite  Hobbyfotografen dazu ermuntert, doch einfach mal Rechnungen zu schreiben.

Empörung auf beiden Seiten!

Damit hab ich ein paar Leuten auf den Schlips getreten. Ein älterer Fotokollege echauffierte sich darüber, dass ich als Berufsfotografin „diese geldgierigen Amateure“ nun auch noch ermuntern würde, den Markt abzugreifen. Und einige der Amateure schimpften, dass „diese Berufsfotografen sich dann halt mal neu erfinden müssten, wenn sie so Angst vor harmlosen Amateuren haben müssten.“

Allein diese beiden Aussagen (nur zwei unter vielen interessanten), zeigten mir, wie wenig diese beiden Gruppen voneinander wissen. In Wirklichkeit ist es nämlich so, dass die Amateure einfach mal gar nicht geldgierig sind, sondern scheinbar von Licht und Liebe leben. Anders lässt sich nämlich nicht erklären, warum sie zwar tausende Euro und so viel wie möglich Zeit in ihr Hobby reinstecken, aber nicht das geringste Interesse daran haben, auch etwas zurück zu erhalten. Außer eben Licht und Liebe.

Auf der anderen Seite haben Berufsfotografen keine Angst vor Amateuren. Sie ärgern sich nur darüber, dass ihre Arbeit massiv an Wert verliert, weil Amateure ihre Fotos im Internet verteilen, als seien sie nix wert. Außer ein bisschen Licht und Liebe natürlich.

Wir müssen reden, liebe Fotografen

Weil Dieter Bethke und Frank Fischer vom fotophonie-Podcast das Thema auch so interessant finden, haben sie es aufgegriffen und mich zu ihrem Podcast eingeladen. Wir hätten noch stundenlang reden können, denn das Thema ist groß, und alle Fragen konnten wir da auch nicht klären. Aber vielleicht habt Ihr dazu noch Anregungen und Gedanken? Hört erst mal rein und werdet Zeuge, wie Frank mich aus dem Konzept bringen wollte (oder eigentlich nicht 😉 ):

Zum fotophonie-Podcast 092 – Bitte werdet Semiprofis.


P.S.: Letztendlich ging mein Appell aber auch an die kommerziellen Nutznießer von Fotos. Überlegt mal selbst, wie Eure Seiten ohne Fotos aussehen würden. Oder wie sie aussehen würden, wenn Ihr nur Eure eigenen Handyfotos nehmen würdet. Klingelts?

Facebook-Gruppe „Was ist mein Foto wert?“

Wer sich zum Thema #fotossindwertvoll und über den Wert der eigenen Fotos austauschen möchte, kann bei Facebook der Gruppe „Was ist mein Foto wert?“ von Astro-Fotograf Sebastian Voltmer beitreten.

Waschmaschine statt Foto

Hey, was für eine schöne Waschmaschine! Darf ich die in meinem Restaurant verwenden? Ich erzähle auch allen, was für schöne Waschmaschinen Du baust!