Donna Quichotte und die Windmühlen

Digitalien

In unserem Dorf wird mir gern nachgesagt, dass ich immer etwas zu meckern habe. Und da ist vielleicht was dran. Das liegt meistens daran, dass ich dann nicht alle Fakten über ein Projekt kenne. Und es deshalb oft für unausgegoren halte. Nicht zuende gedacht, vielleicht. Oder noch nicht ausreichend informiert. Aktuell sind neue Windkraftanlagen ein Thema, die auf Basis der Gemeindeöffnungsklausel in Dorfnähe in Sonnenuntergangsrichtung aufgestellt werden könnten. Am 7. Juli 2026 soll bei einer Einwohnerversammlung durch unsere Bürger:innen darüber abgestimmt werden, ob diese Idee weiter verfolgt werden soll. Was ich über das Projekt weiß, welche Fragen ich dazu habe, und auch, was ich darüber denke, dazu schreibe ich diesen Beitrag.

Eines vorab, denn das ist mir wichtig: Ich bin kein Nimby*.
Ich komme aus dem Rheinland, ich bin in der Nachbarschaft des Ruhrpotts aufgewachsen. Das bedeutet, ich bin in den 1970ern und 1980ern zwischen mal mehr, mal weniger aktiven Atomkraftwerken mit Störfällen, diversen Kohle- und Schwerölkraftwerken ohne Filter (Rauchgasentschwefelungsanlagen) und riesigen Löchern im Niederrhein aufgewachsen, die so groß sind, dass man sie vom Weltall aus sehen kann. Die aktuellen Betriebsflächen der Tagebaue Garzweiler, Hambach und Inden sind 1,3x so groß wie das gesamte Amt Breitenfelde. Da ist heute auf 119,8 km² in bis zu 411 Metern Tiefe nur noch Staub und Wüste zu finden.

Der wachsende Energiehunger unserer Gesellschaft hat nämlich schon immer bedeutet, dass für die Energiegewinnung massive Opfer gebracht werden mussten. Verwandten von mir hat man sogar ihr Zuhause in einem Jahrhunderte alten Dorf unterm Hintern weg gebaggert. Samt Kirche. Sowas ist nicht schön. Und auch die riesigen Kühltürme an den Horizonten von Kalkar und Mülheim-Kährlich und die giftspeienden Schlote des Kraftwerks Frimmersdorf waren nicht so chic.

Foto Frimmersdorf: 1991, Rhein-Kreis Neuss

Deshalb seht es mir bitte nach, dass ich die Diskussionen um Windenergieanlagen bisher immer mit ein wenig Belustigung über allzu sensible Befindlichkeiten verfolgt habe. Aber natürlich verstehe ich, dass auch jedes Windrad einen Horizont verändert. Und dass jedes Windrad auch einen massiven Eingriff in Flora und Fauna bedeutet. Und das nehme ich sehr ernst, zumal örtliche Begebenheiten und Besonderheiten immer individuell berücksichtigt werden sollten. Also habe ich mich mit dem Thema etwas näher beschäftigt.

Zunächst habe ich damit angefangen, die erste Informationsveranstaltung zu protokollieren.

Unser Bürgermeister hat das Protokoll auf der Seite der Dorfgemeinde zusammen mit der Präsentation des Planungsbüros PROKOM und der Präsentation des Amtes Breitenfelde zugänglich gemacht und damit alle Informationen, die derzeit auf dem Tisch liegen, transparent gemacht – vielen Dank dafür!

Link zur Gemeindeseite mit allen Informationen.

Gemeindeseite

Bereits an diesem Informationsabend sind Fragen offen geblieben, und das ist auch ganz normal. Denn die vielen verschiedenen Perspektiven auf so ein langfristiges Zukunftsprojekt zeigen sich häufig erst im Gespräch mit allen Beteiligten – und wir Bürger:innen sind ein großer Teil all dieser Beteiligte. Ich beginne also mit den Fragen, die an diesem Abend gestellt wurden. Ich zitiere hier der Einfachheit halber aus dem oben genannten Protokoll:

  1. Punkt aus dem Protokoll: Landschaftsbild und Ortsidentität:
    Mehrfach wurde betont, dass Windenergieanlagen mit Höhen von bis zu 270 Metern das Landschaftsbild massiv verändern würden. Insbesondere Sichtachsen, etwa vom Dorfplatz oder vom Herrenhaus, sowie der Verlust eines bislang als offen empfundenen Horizonts gen Westen (Sonnenuntergang) wurden kritisch gesehen.

Meine Meinung dazu: Ja, diese beiden Windräder, die links und rechts am Ende des Mühlenwegs vor dem Wäldchen Hankenborn und der Kurve am Waldrand stehen würden, würden unseren Horizont verändern. Und das nicht nur ein bisschen.
Die Niendorfer Bürger:innen, die Sicht auf die Windenergieanlagen des Windparks Woltersdorf haben, kennen das schon. Allerdings sind diese Woltersdorfer Windräder mit über zwei Kilometern vom östlichen Niendorfer Ortsrand mehr als doppelt so weit weg, wie die möglichen neuen Windräder vom westlichen Niendorfer Ortsrand. Hier ein paar Screenhots mit Entfernungsmessungen (jeweils unten links im Kasten abzulesen). Übrigens auch von unseren unmittelbaren Nachbardörfern, deren Horizont ja ebenfalls betroffen wäre. Es wäre wenig nachbarschaftlich, wenn wir das nicht zumindest mal bedenken würden.

Was abgesehen von den Abständen bedacht werden sollte: Die angedachten Windräder sind mit 267 Metern in der Spitze (Höchste Rotor-Stellung) nicht nur höher, als die derzeitigen Anlagen des Windparks Woltersdorf (diese haben rund 200 Meter Höhe). Sie ständen auch ungefähr 40 Meter höher! Denn während wir von Niendorf aus quasi „nach unten“ ins Tal nach Woltersdorf schauen, so schauen wir Richtung Mühlenweg „nach oben“ Richtung Berg. Denn die WEA Süd würde auf 82 Metern über N.N. gebaut werden, der höchsten Erhebung im Herzogtum Lauenburg (Der Mühlenberg hat „nur“ 81 Meter über N.N.)

Es wäre also etwas blauäugig zu glauben, dass 267 Meter hohe Windräder, die auf 82 Metern „Berg“ stehen, nicht weithin und deutlich sichtbar wären und in rund 1.000 Metern Entfernung von sämtlichen umliegenden Dörfern nicht auch massiv die Landschaft beeinträchtigen würden. Und um das mal zu verdeutlichen: Diese Aufnahme wurde in der angenommenen Nabenhöhe von 190 Metern vom möglichen Standort WEA Süd mit Blick in Richtung Niendorf gemacht.

Kurz gesagt:
Alles was Du siehst, sieht auch Dich.

Ja, das würde die bisher vom Denkmalschutz sorgsam gehütete und wichtige Sichtachse zum Herrenhaus betreffen.
Ja, das Thema „Dorfumzingelung durch Windräder“ wäre ein Ding – nicht zuletzt auch, weil die Woltersdorfer Windräder in nicht allzu ferner Zukunft sicher repowert werden – also durch höhere Anlagen ersetzt werden. Und meines Wissens sind weitere direkt zwischen Breitenfelde und Niendorf geplant, und die werden sicher auch eher höher werden.
Das sollten wir uns auf jeden Fall bewusst machen.

2. Punkt aus dem Protokoll: Schall und tieffrequente Geräusche: Neben den gesetzlichen Schallgrenzwerten wurde insbesondere auf tieffrequente Geräusche und nächtliche Wahrnehmungen bei bestimmten Wetterlagen hingewiesen.

Transparenzhinweis: Bei Artikeerstellung habe ich zu dem Thema schnell eine KI bemüht, weil es schon nahc Mitternacht war. Ich habe nun die Recherche dazu selbst nachgeholt und den Abschnitt entsprechend angepasst.

Auch dieser Punkt gehört ernst genommen. Niemand möchte nachts ein dauerhaftes Wummern hören oder morgens beim Kaffee von Rotor-Schatten im Wohnzimmer hypnotisiert werden.

Trotzdem lohnt sich eine sachliche Trennung: Windenergieanlagen erzeugen hörbaren Schall, und sie erzeugen auch Infraschall – also tieffrequente Schwingungen unterhalb der menschlichen Hörschwelle. Nach aktuellem Forschungsstand erreichen moderne Anlagen in üblichen Wohnabständen aber keine Infraschallpegel, die gesundheitlich relevant wären.

Eine ältere BGR-Studie, die lange als Beleg für besonders hohe Werte herangezogen wurde, enthielt einen erheblichen Fehler und wurde inzwischen zurückgezogen. Neuere Messungen, unter anderem der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, zeigen: Infraschall von Windenergieanlagen liegt bereits nach einigen hundert Metern unterhalb der Wahrnehmungsschwelle und geht in größerer Entfernung im normalen Hintergrundrauschen unter.

Das heißt nicht, dass Windräder nie hörbar sind. Je nach Wetterlage, Windrichtung, Nachtstille und persönlicher Empfindlichkeit können Geräusche stören. Betreiber müssen deshalb bereits im Genehmigungsverfahren durch Gutachten nachweisen, dass diese Werte (auch unter Einberechnung aller bestehenden Windräder im Windpark) an den umliegenden Häusern sicher eingehalten werden.

Auch beim Schattenwurf gibt es klare Vorgaben: Theoretisch darf der Schatten einer Windenergieanlage ein Wohngebäude höchstens 30 Minuten pro Tag und 30 Stunden pro Jahr treffen. Tatsächlich bewegter Schatten ist noch strenger begrenzt: maximal acht Stunden pro Jahr. Wird dieser Wert überschritten, müssen automatische Schattenabschaltungen dafür sorgen, dass die Anlage in den kritischen Momenten stoppt.

Kurz gesagt: Lärm und Schattenwurf sind keine eingebildeten Themen. Aber es gibt Lösungen, die das Phänomen erträglicher machen. Und alle Möglichkeiten gehören sauber geprüft, transparent erklärt und technisch begrenzt. Und eben dafür gibt es Gutachten, Grenzwerte und Abschalttechnik.

3. Punkt aus dem Protokoll: Artenschutz und lokale Beobachtungen: Mehrere Wortmeldungen bezogen sich auf beobachtete Rotmilane und andere Greifvögel im Umfeld des geplanten Gebietes, insbesondere im Bereich des Herrenhausparks. Es wurde die Sorge geäußert, dass lokale Kenntnisse nicht vollständig in landesweite Datenbanken einfließen.

Ob der bei uns um die Kurven kommt?

Für mich persönlich der schwerwiegenste Einschnitt durch Windräder sind die Beeinträchtigungen für Flora und Fauna, die unweigerlich damit einher gehen würden. Rund um Niendorf werden immer wieder Rotmilane gesichtet, im Herrenhauspark nisten regelmäßg Reiher und andere seltene Arten, und auch im Hankenborn selbst dürften Vögel und andere Tiere massiv gestört werden.
Sobald eine konkrete Windenergieplanung vertieft wird, sind deshalb artenschutzrechtliche Untersuchungen verpflichtender Bestandteil der Unterlagen im Genehmigungsverfahren. Und es gibt inzwischen sowohl technische, als auch gestalterische Möglichkeiten, Vögel und Fledermäuse so gut wie möglich zu schützen um Kollisionen zu vermeiden. Die können so ein Windrad teurer machen, aber es wäre absolut notwendig.

Ein weiterer kritischer Punkt ist aber: Wie können die riesigen Rotorblätter überhaupt an diese Positionen transportiert werden? Meiner Meinung nach ist es ausgeschlossen vom Trammer Damm (K15) aus mit einem Schwerlasttransport durch die beiden Kurven auf den vermutlich viel zu schmalen Mühlenweg zu kommen, selbst wenn die Rotoren dafür schräg aufgestellt werden würden. Und am Reetdach von Steffi und Thorsten kommen sie definitiv nicht vorbei. Der Schlagweg ist auch nicht der beste Kandidat, selbst wenn er für die Aktion ausgebaut werden würde.

Es müssten also in jedem Fall Bäume fallen. Auch das müssen wir uns klar machen.

Klingt alles nicht so toll.
Warum wir trotzdem drüber nachdenken sollten.

Das klang jetzt alles nicht so prickelnd, und einige sind sicher spätestens beim Blick aus Windrad-Höhe ausgestiegen. Ich finde aber, dass wir trotzdem über die Weiterverfolgung der Idee nachdenken und auf ein Genehmigungsverfahren hin arbeiten sollten. Und warum, das führe ich jetzt auf:

Tagebau Garzweiler: Wer findet die Windräder?

Irgendwas MÜSSEN wir uns heute einfallen lassen. Denn zum Einen muss unsere Gemeinde wie alle anderen bis 2030 mindestens 80 % des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen. Und zum Anderen möchte ich hier nochmal auf das Foto von Astronaut Alexander Gerst aus dem Dürrejahr 2018 zurückkommen, das neben den großen Löchern im Boden vollkommen vetrocknete Felder zeigt. Und ich möchte auch ganz aktuell auf unsere 38 Grad im Dorf hinweisen.

Wir müssen uns jetzt für eine Zukunft rüsten, in der die Sommer heißer und trockener werden, und wir früher oder später alle Kühlgeräte und starke tiefe Pumpen für Tröpfchenbewässerung antreiben müssen.

Für eine nahe Zukunft, in der im Winter die Gas- und Ölspeicher leerlaufen werden, weil wieder irgendwo Krieg herrscht, immer häufiger Black Outs durch Cyberangriffe zu erwarten sind, die Straße von Hormus vermint ist und unsere Regierung (egal welche wir dann haben werden) es eventuell (und zwar höchstwahrscheinlich) dann nicht hinbekommen wird, etwas anderes zu organisieren. Dann müssen wir mit Strom heizen. Und wenn dann der Strom ausgeht, haben wir ein Problem.

Deshalb halte ich von der Idee, die ausgewiesenen Flächen einfach an einen Windkraftbetreiber zu vermieten und jährlich einfach nur einen mutmaßlich fünfstelligen Betrag ins Gemdeindesäckerl dafür zu bekommen, ehrlich gesagt gar nichts.

Denn von Strom für Nimbys* in Bayern haben wir hier in Niendorf gar nichts, wenn bei uns das Licht ausgeht. Und das obwohl wir solch riesige Windräder direkt vor der Tür haben, die uns, unsere Nachbarn und unsere Flora und Fauna massiv stören werden.

Deshalb würde ich unter folgenden Umständen für eine Weiterführung der Idee mit diesen beiden Windrädern stimmen:

Wir überlegen gemeinsam, wie wir als Dorf oder gemeinsam mit den umliegenden Dörfern Talkau, Schretstaken und Tramm im Notfall unabhängig werden könnten. Ein Windrad alleine könnte bis zu 12.000 Haushalte versorgen – vielleicht reicht ja deshalb auch eins? Oder zwei kleinere? Wenn wir also einspeisen und dabei etwas für uns – wie auch immer – abzwacken, fällt das kaum ins Gewicht. Die Anlagen würden sich trotzdem selbst finanzieren und das Gemeindesäckerl würde trotzdem klingeln. Klingt naiv? Vermutlich. Aber hey, wir können das doch trotzdem mal weiterdenken.

Ja, mir ist bewusst, dass das kein Projekt ist, das nächstes Jahr umgesetzt wäre. Neben dem verhältnismäßig schnellen Bau der Windräder müssten wir zusätzlich langfrisitg für Speichermöglichkeiten (brummen und brauchen Platz) und eine wie auch immer geartete Anbindung des oder der Dörfer und Haushalte sorgen – und das im Einklang mit Vorgaben der Bundesnetzagentur. Das ist nicht trivial, und das erfordert viel Interesse und Mitwirken vieler unserer Gemeindemitglieder.

Wir müssten überlegen, ob eine Genossenschaft aus allen Dörfern als Betreiberin fungieren könnte. Oder ob wir eine gGmbH gründen könnten. Oder welche anderen Möglichkeiten es gäbe.

Und nein, das ist alles noch nicht zuende gedacht. Aber DIESE Idee steht ja auch erst am Anfang. Und diese Ideen braucht weit mehr Hirnschmalz, als den meinen.

Was wir dafür als erstes tun müssen

Egal, ob wir nun alle noch äußerst skeptisch sind oder längst überzeugt davon, dass Windräder am Hankenborn eine Superidee sind: Wenn wir es genau wissen wollen, müssen wir uns erstmal darauf einigen, die Idee weiter zu verfolgen. Und das meines Wissens auch schnell, weil diese Gemeindeöffnungsklausel eine Frist hat, die wir einhalten müssen, um überhaupt eine Planung möglich zu machen.

Um eine Planung überhaupt möglich zu machen, muss die Gemeinde nämlich noch einiges recherchieren und für die Genehmigungsverfahren vorbereiten, und das ist sicher auch noch ein Brett. Und erst dann, wenn alle Fragen beantwortet wurden, alle Möglichkeiten abgeklopft wurden und alles vom Schall bis zum Milan-Horst untersucht wurde, auch am möglichen Standort jenseits der B207, erst dann wissen wir, ob und wie eine Umsetzung überhaupt möglich und sinnvoll wäre.

Wird das einfach? Nein, ganz sicher nicht. Aber wenn es einfach wäre, würde es auch jede:r machen.
Braucht die Gemeindevertretung Unterstützung aus der Gemeinde? Ja, natürlich! Bitte interessiert Euch, engagiert Euch, recherchiert und helft mit Eurem Wissen und Euren technischen und behördlichen Fähigkeiten mit.

Also lasst uns doch einfach mal für etwas stimmen und dann gucken, wie weit wir kommen? Und ja, eine Briefwahl-Möglichkeit (vielleicht mit persönlicher Wahlzettelabgabe beim Bürgermeister oder so?) wäre sicher auch eine gute Idee. Vielleicht geht da ja noch was.

Was habt Ihr denn noch für Fragen und Anmerkungen? Besteht Interesse an einer Gruppe zum Austausch?
Kommentiert hier gern unter dem Beitrag.

Und was sind denn nun *Nimbys?

NIMBY ist die Abkürzung von „Not in my backyard.“
Nimbys sind Menschen, die sagen: „Ja klar, erneuerbare und günstige Energien sind toll!! ABER nicht in MEINEM Hinterhof. Nicht in MEINEM Garten. Nicht auf MEINEM Acker.“

Und so wird das dann halt nichts.
Denn ein Opfer müssen wir immer bringen. Besonders, wenn wir keine Opfer werden wollen.

Weiterführende Links

12 Kommentare zu „Donna Quichotte und die Windmühlen“

    • Herzlichen Dank, Markus! Ich hoffe, dass ich so bei vielen Interesse wecken und schon einige Fragen klären konnte. Wenn Du weitere Links und Infos kennst, immer her damit!

      Antworten
  1. Guten Morgen,
    ich habe den Artikel gelesen und möchte mich herzlich dafür bedanken, dass du dir so viel Arbeit gemacht hast. So erhält man viele Informationen kompakt zusammengefasst, die ich mir sonst mühsam selbst aus dem Internet hätte zusammensuchen müssen.
    Ich denke auch, dass wir nicht darum herumkommen, uns mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Dadurch, dass es nun unser Dorf betrifft, ist es auf einmal ganz nah und bekommt eine andere Bedeutung.
    Vielen Dank für die vielen Informationen und den wirklich gelungenen Bericht.

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    • Vielen Dank, Astrid! Ich habe auch noch ein paar Links zum Recherchieren hinzugefügt und ich füge auch gerne noch weitere hinzu, wenn Ihr mir Bescheid gebt. Je mehr Bürger:innen mitmachen und je mehr wir wissen, desto besser wird das Ergebnis für unser Dort ausfallen.

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  2. Herzlichen Dank für Deine Recherche und das Zusammentragen vieler Aspekte zu WEA. Ich sehe es sehr ähnlich. Die Bedenken sind nachvollziehbar und es ist gut, das viele Gutachten Voraussetzung sind, um die Machbarkeit unter Lärmschutz, Tierschutz und Co zu gewährleisten. Und es sein zu lassen, wenn dem nicht so ist.
    Ich schreie nicht HURRA bei der Idee auf WEAs von meiner Terrasse zu blicken, aber lieber schaue ich auf die Teile und weiß, damit ist unserer Energieversorgung lokal und die Abhängigkeit von anderen (wie auch immer) unsicheren Formen unabhängig.

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    • Lieben Dank für Dein Feedback, Steffi!
      Mir ist wichtig, dass alle auch unschönen Nebenwirkungen und Aspekte auf dem Tisch liegen und Bürger:innen bewusst und umfassend informiert abstimmen können.
      Für mich ist klar, dass wir in irgendeinen sauren Apfel beißen müssen, wenn wir uns zukünftsfähig und sicher aufstellen wollen. Um auch wenn es vielleicht naiv ist: Ich hoffe eigentlich auf eine hybride Lösung aus Solar (zum Beispiel aus einem Netzwerk aus südlichen Dachflächen, die ja einfach vorhanden sind und nicht in die Landschaft eingreifen) und wohldosiert Windkraft (zumindest die Anlage Süd könnte vielleicht einfach kleiner ausfallen, damit sie nicht wie ein weißer Riese in der Botanik steht).
      Ja, das ist weit aufwändiger und schwer zu organisieren und umzusetzen. Es wird lange dauern, aufwändig und kleinteilig in der Umsetzung sein, und nicht alle werden ihre Dächer oder ihre Anlagen zur Verfügung stellen. Aber das Szenario mal gemeinsam durchzuspielen wäre es doch wert.

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  3. Die Generationenfrage: Was würden wir unseren Kindern hinterlassen?

    Niemand bestreitet, dass die Energiewende wichtig ist. Aber bevor wir über drei rund 270 Meter hohe Windräder in 800 Metern Entfernung zu Niendorf entscheiden, sollten einige Fragen beantwortet werden:

    – Die Gemeinde rechnet mit rund 30.000 Euro Einnahmen pro Jahr. Bleibt es bei diesem Betrag oder profitiert die Gemeinde auch von künftig steigenden Strompreisen und Gewinnen?

    – Wie hoch sind die jährlichen Einnahmen des Betreibers im Vergleich zum Anteil der Gemeinde?

    – Wer haftet, wenn der Betreiber in 20 oder 30 Jahren insolvent ist oder seinen Verpflichtungen nicht nachkommt?

    – Welche Bürgschaften und Sicherheiten gibt es für Rückbau und Entsorgung?

    – Wer bezahlt den Rückbau von Fundamenten, Kabeln und Anlagen, wenn die Rückstellungen nicht ausreichen?

    – Rotorblätter gelten als die größte Herausforderung beim Recycling von Windkraftanlagen. Wo werden sie entsorgt und verarbeitet? Wer trägt die Kosten?

    – Können wir sicher ausschließen, dass am Ende finanzielle Risiken bei den Bürgerinnen und Bürgern verbleiben?

    Die Entscheidung betrifft nicht nur uns.

    Sie betrifft auch unsere Kinder und Enkel.

    Deshalb sollten vor einer Abstimmung alle Verträge, Sicherheiten, Haftungsregelungen und Rückbaukonzepte offen auf dem Tisch liegen. Ist der Betreiber dazu bereit?

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    • Danke Nicola,
      das sind absolut wichtige Fragen, um deren Antworten wir uns unbedingt bemühen sollten.

      Am 7.7. werden vermutlich noch nicht alle diese Antworten auf dem Tisch liegen. Aber wir stimmen dann meines Wissens auch noch nicht darüber ab, OB es diese Windräder geben wird. Sondern ob die IDEE weiter verfolgt wird und die Recherchen und Aufwände und Gutachten, die für ein Genehmigungsverfahren angestrengt werden müssen, überhaupt angestrebt werden sollten.

      Und erst wenn alles offen auf dem Tisch liegt, wird auch entschieden, ob sie umgesetzt werden. Bis dahin haben wir dann noch Zeit, viele Fragen zu beantworten.

      Antworten
  4. Liebe Sandra,

    ich habe deinen gesamten Beitrag gelesen – von deiner Ruhrpott-Vergangenheit zwischen Garzweiler, Frimmersdorf und den Kühltürmen, über das NASA-Foto, bis zu den Entfernungsmessungen am Mühlenweg, dem Reetdach von Steffi und Thorsten und deiner Google-KI zu 30-35 dB(A). Danke für die viele Arbeit und die Transparenz mit dem Protokoll und den Links.👍🏻
    🫱
    Und genau deshalb komme ich zu einem anderen Schluss als du: Nein zum Weiterverfolgen.❗️
    📌
    267m Rotorhöhe auf 82m N.N. in nur ca. 1.000m Entfernung zum Dorfplatz, Herrenhaus und Hankenborn ist für mich kein „Verändern“, das ist ein Abschneiden der Sichtachse. „Alles was du siehst, sieht auch dich“ – und das dauerhaft. Wenn dafür am Mühlenweg Bäume fallen müssen, nur um Rotorblätter durch die Kurve zu bekommen, ist für mich die Grenze überschritten. Genauso beim Artenschutz: Rotmilane und Reiher im Herrenhauspark sind für mich schwerwiegender als ein Gutachten.🦉🦅
    🕯️
    Der zweite Hauptgrund: Wind ist keine konstante Energie. Sie liefert oft Strom im Überfluss, wenn niemand ihn braucht, und versagt bei Flaute.
    💸Das Ergebnis kennen wir: Teurer Zukauf und Gaskraftwerke als Backup. Das ist für mich weder fürs Dorf noch fürs Land planbar.

    Deshalb hoffe ich, dass unser Nein am 07.07. endlich diesen Windpark-Anlagenbau stoppt, damit wir/man- anfangen, mehr in dauerhafte, stabilere Energiequellen zu forschen und zu investieren.

    Danke 🙏- fürs Anschubsen der Diskussion.📝

    Antworten
    • Danke Jan für Dein Feedback und deine Gedanken.

      Mach aber doch auch mal Vorschläge zu „damit wir/man anfangen, mehr in dauerhafte, stabilere Energiequellen zu forschen und zu investieren.“

      „Man müsste mal…“ ist immer sehr bequem, to be honest. In welche Richtung sollte es denn Deiner Meinung nach gehen? Welche Technologie siehst Du, die uns JETZT zu Verfügung steht, die in die Deiner Meinung nach richtige Richtung weist? Wir können nicht noch ein paar Jahrzehnte nichts tun. Die Zeit bleibt uns nicht.

      Antworten
      • _Hallo Sandra, danke für die Rückfrage. Du hast recht: „Man müsste mal…“ reicht nicht._
        😇
        _Kleiner Hinweis vorweg: Ich bin Einwohner in Niendorf, nicht Energie-Minister. 😜
        Die Frage nach der großen Energiepolitik muss an Berlin/Kiel. Hier geht es um den konkreten Windpark am Mühlenweg. Sonst verlieren wir das eigentliche Problem aus dem Blick: 2x 267m Rotorhöhe in 1km zum Dorf._😉

        _Konkret statt Windpark hier vor Ort:_

        *1)-🔋 AKW-Laufzeitverlängerung + Forschung*
        _Wir haben sichere, CO2-freie Grundlasttechnik bereits gehabt. Die Meiler zu halten oder neue, moderne Reaktoren Typ IV zu prüfen ist für mich ehrlicher als 267m Windräder in 1km zum Dorf. Planbar fürs Land, ohne den Horizont zu verbauen._

        2)🍏Gaskraftwerke H2-fähig als Brücke + Geothermie/PV*
        _Wenn Wind Flaute hat, brauchen wir Kraftwerke die laufen. Neue Gaskraftwerke sind in 3-4 Jahren da. Parallel: Geothermie fürs Nahwärmenetz und PV auf Parkplätzen/Dächern statt Bäume am Mühlenweg zu fällen._

        3)🍏 Speicher vor Zubau* 🔋🪫
        _Das Wind-Problem ist Überfluss oder Flaute. Ohne Großspeicher kaufen wir teuer zu. Deshalb: Geld lieber in Speicher + Netze als in noch mehr fluktuierenden Wind._

        🎱Fazit: Unser Nein am 07.07. ist für mich kein „Nichts tun“.
        Es ist ein Ja zu planbarer, stabiler Energie statt 2x 267m am Mühlenweg._❗️❗️
        Jan 😇

        Antworten
        • Ok, über AKW müssen wir nicht mehr reden, die sind keine Option und waren auch noch nie eine gute.

          Über hybride Lösungen können wir aber durchaus reden – und ja, auch wenn diese Lösung mit den Dächern kleinteilig ist, so ist es die, die ich selbst immer mal wieder ins Spiel bringe, weil es diese Flächen ja bereits gibt, nichts dafür zugebaut/gefällt/versiegelt werden muss. Macht mehr Arbeit, als einfach einen Acker zuzubauen, aber zumindest als Machbarkeitsrecherche und Zahelnspiel sicher mal interessant – auch in Kombi mit Geothermie. Da lese ich mich mal ein.

          Auch bei Speicher vor Zubau bin ich bei Dir, aber die müssen wir ja dann auch füllen können.
          Lass uns um Gespräch bleiben.

          Antworten

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